Vielleicht kennt Ihr diese Situationen, man hat mit einem Menschen ein Thema gefunden und daraus entspinnt sich ein Gespräch quer über Gott und die Welt.
So etwas in der Art hatte ich neulich und ums abzukürzen schließlich waren wir beim Thema Liebe und dass sie wohl die größte Herausforderung an uns Menschen ist.
Und da kam mir – ich weiß nicht mehr warum, in den Sinn, dass es über Jesus heißt, wie oft er die Kinder in die Mitte gestellt hat und sie sogar als Vorbilder uns gezeigt hat.
Und dann kamen mir folgende Gedanken:
Man hört ja immer wieder mal die Frage: “Wie schaut es wohl nach dem Tod aus?”
Viel seltener hört man die Frage: “Wie sah es vor der Geburt aus?” Und dann
kam mir in den Sinn, wie oft Jesus die Kinder heranzieht, sie als Vorbilder hinstellt, ihre Bedeutung für uns Menschen betont. Klar, Kinder sind lustig, verspielt, lebendig, sorglos – alles wichtig und schön und auch schon ein kleiner Hinweis, worauf ich hinaus will.
Aber wenn man ganz tief mal dahinter schaut. Die meisten Menschen sind sich doch
einig, dass Säuglinge ehrliche Zuwendung, Zuneigung, Liebe brauchen, dass sie darauf gut reagieren, ja dass sie das brauchen wie Wasser und Brot um stark zu werden und neugierig zu werden, um aktiv zu werden. Je mehr, umso besser.
Säuglinge kommen von dem, was vor der Geburt ist und wohl auch nach dem Tot – eben das, was Raum und Zeit, unsere Welt umgibt. Liebe ist die Sprache, die sie anspricht. Alles was ein Säugling sieht und hört, nach der Geburt, das ist neu, das ist fremd, wahrscheinlich völlig verwirrend.
Aber wenn man ganz aufmerksam ist, dann scheint die Liebe das einzige zu sein, auf das er völlig vertraut reagiert. Und so ist für jeden Menschen Liebe das, was ihm die Welt erschließt.
Die Liebe ist quasi das Zeichen, die Blüte der Menschen, die sie sich ins Knopfloch stecken, wenn sie einen neuen Menschen begrüßen, damit er erkennt, wo er gelandet ist und Vertrauen findet, dass ihm hier jemand hilft, wie und wo es nun weitergeht.
Und dann geht sie über die Jahre in dem Knuddelmuddel aus Worten, Geräuschen, Gerüchen, Erfahrungen, Meinungen, Beweisen, Konzepten unter.
Spätestens ab dem Zeitpunkt, an dem wir selber laufen können mit unserem Verstand – was ist das da in unserem Knopfloch, hm, brauch ich wohl nicht mehr, sieht aber schön aus – und wir legen es auf das Sideboard im Korridor und machen uns daran die vielen bunten und lauten Dinge anzuschauen, anzuhören, anzuriechen, zu ergehen und zu erfühlen. Und immer wenn uns alles zuviel wird, dann suchen wir nach etwas und haben allzu oft vergessen, dass wir mal etwas im Flur beiseite gelegt haben, für das wir gerade keine Verwendung hatten. Klar, manchmal finden wir es auch wieder
und betrachten es und freuen uns wieder, auch wenn wir nicht so genau wissen, was es ist, was uns denn im Innersten da wirklich bewegt, aber wir waren ja noch nicht fertig bei der Erkundung der Welt.
Ich glaube man kann die Be-deutung, die Jesus den Kindern zumisst gar nicht ernst genug nehmen. Man muss unbedingt ganz aufmerksam mit Ihnen sein, weil sie noch den Sand an den Füßen haben aus Gottes Sandstrand am Meer der Ewigkeit.
Es ist so verflixt wichtig, dass Kinder, wenn sie erwachsen sind wieder zurückschauen, nicht aus Sentimentalität, irgendetwas nachweinend – auch nicht einfach, um sich nur an den quietschfidelen Kindern zu erfreuen und für den stressigen Alltag aufzutanken. Vor allem, weil sie uns was von der
Liebe, von Gott erzählen, ohne, dass sie sich selber vielleicht darüber bewusst sind, bewusst im Sinne der erwachsenen Menschen.
Benedikt